Sonntag, 13. September 2015

September - Hechtzeit

Nachdem Stefan heuer schon anständig zugeschlagen hatte mit neuem PB Hecht und mehrere gute Fische auf seinem Konto verbuchen durfte war es bei mir auch wieder mal so weit.

Nach vielen Ausfahrten sowie vergebenen Angeltagen auf eine Fischart welche in meinem diesjährigen Jahreskartengewässer kaum vorkommt habe ich auf Altbewährtes zurückgegriffen. Was soll ich sagen, auf die Hechte ist Verlass.

Mit genau einem Meter und schöner Zeichnung bereitete mir dieser Fisch große Freude!






Montag, 2. März 2015

Der stille Begleiter - undurchsichtige Werbung für Angelgeräte

Das Internet bietet viele Möglichkeiten des Informationsaustauschs. Ebenso ist es sehr leicht sich Informationen über Produkte einzuholen. Herstellerinformationen sind eine Möglichkeit, Blogs, Foren, Facebook usw. sind hinzugekommen.

Es gibt immer mehr Information...

...und sie wird immer undurchsichtiger, minderwertiger und schwerer zu filtern.

Warum? Die Menge der Information sagt nichts über die Qualität. Werbung im Internet wird immer trickreicher und selbst für das geschulte Auge schwer zu durchschauen. Dieser Blog könnte von einem Hersteller gesponsert sein, ist er aber zum Glück nicht wie ich euch versichern kann. Nun könnt ihr mir glauben oder nicht. Sucht man nun bei Google nach Produkt XY sind die ersten Links nicht unbedingt die sinnvollsten sondern diejenigen Seiten welche am meisten dafür bezahlen das sie bei einer Suchanfrage ganz oben stehen. Gleich wie bei Anzeigen in Zeitungen...Seite 3 kostet mehr als Seite 30.

Unterscheiden sollte man vor allem zwischen direkter Werbung - z.b. ein Werbebanner welcher für Produkt XY wirbt sowie indirekter Werbung z.b. ein Forumseintrag von User XY oder Facebook Kommentar von User XY.

Indirekte Werbung ist mit großer Vorsicht zu genießen und oft schwer zu erkennen.

Die meisten großen deutschsprachigen Foren sind von Herstellern gesponsert, Facebook Accounts gehören Firmen welche damit positive Stimmung erzeugen. Kommentare in Foren solange sie nicht von Usern sind welche man kennt meist einen feuchten Kehricht wert, selbst viele Blogs sind gesponsert. Bewertungen in Tackleshops bezahlt, Videos in Youtube welche gewisse Produkte vorstellen ebenso bezahlt oder gesponsert...das ganze ist teils so undurchsichtig wie ein Glas Milch.

Um es kurz zu sagen, man bekommt zwar zu den meisten Produkten tonnenweise Meinungen und Informationen aber da es schlicht und ergreifend unmöglich ist diese nach ihrer Herkunft und Stichhaltigkeit zu prüfen sind die Informationen größtenteils wertlos.

So unkonventionell das nun auch klingen mag, rein technische Herstellerinformationen sind mir persönlich meist weit mehr wert als viel Blabla in der großen weiten Welt des Internets.

Fazit: Es gilt wie immer, ein qualitativ hochwertiges Produkt braucht (kaum) keine Werbung.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Tackle Import - USDM und JDM

Europa ist nicht gerade der bevorzugte Markt der großen Hersteller von Angelgerät, auch wenn in den letzten Jahren etwas Bewegung zu verzeichnen war. Es gibt kaum einen begeisterten Angler welcher nicht einmal den Blick nach Übersee wagt.

USDM - United States Domestic Market oder JDM - Japan Domestic Market Angelgeräte, egal ob Rute, Rolle oder Köder sind sehr begehrt und oft von höherer Qualität.

Sind Importe also der richtige Weg, kann man damit Geld sparen? Die Antwort ist nicht eindeutig. Während aus Japan importierte Ware teils nach wie vor günstig zu erwerben ist sieht es in den USA momentan sehr schlecht aus. Der Euro welcher in den letzten paar Monaten über ein Viertel seines Werts gegenüber dem Dollar verloren hat macht USDM Importe quasi überflüssig oder sehr uninteressant.

Bei einem Umrechnungskurs von etwa 1 Euro = 1,10 Dollar je nach Zahlungsanbieter darf man Versand z.b. 30 Dollar, EUSt. 20%, Zoll - irgendwo um 4% noch dazu rechnen.

Für ein Produkt welches 200 Dollar kostet sind somit schnell mal über 250 Euro fällig.

In Japan hingegen sieht es noch besser aus, günstigerer Versand bei so manchem Shop sowie ein nicht allzu starker Yen lassen hier noch das eine oder andere Schnäppchen zu, vor allem wenn so mancher Shop dann noch einen niedrigeren Warenwert angibt nach dem der Zoll berechnet wird.

JDM Tackle bei EU-Shops zu kaufen würde ich nach wie vor nicht empfehlen, außer man ist Grobmotoriker und absolut auf die Garantiezeit angewiesen. Die Aufschläge grenzen meist an Wucher. Doppelte oder höhere Preise sind die Regel wen JDM Angelgeräte aus EU-Shops gekauft wird, da ist es meist besser den Import zu riskieren um Geld zu sparen bei zuverlässigen Japanischen Händlern.

Selbst für heiß begehrte Megabass Ruten welche in der EU nicht unter 500 Euro zu haben sind, waren bis vor kurzem teils unter 300 Euro fällig, wenn aus Japan importiert wurde. Also immer schön die Augen offen halten.

Samstag, 17. Januar 2015

Rebranding

Je mehr Tackle es zu kaufen gibt, desto mehr Produkte sind irgendwelche OEM Waren. Man denke nur an die Rollen vom Wühltisch in so manchem Angelshop.

So kann es durchaus vorkommen das ein und die selbe Rolle von verschiedenen OEM Herstellern in unterschiedlicher Ausführung/Farbe/Design angeboten wird. Eine Penn Conquer = Abu Garcia Salty Stage um nur ein Beispiel zu nennen.

Shimano oder auch Daiwa waren bisher eine "Bastion" - es gab diese Rollen nicht unter anderem Namen.

Das hat sich nun geändert. Daiwa machte als erstes den Schritt mit der Tatula welche nun unter dem Namen "Arachnid" bei Cabelas erhältlich ist.


Cabelas bietet nun also die Tatula unter dem Namen "Arachnid" mit 4 zusätzlichen Kugellagern an. Jeweils zwei dieser vier zusätzlichen Lager sitzen am Wormshaft bzw. unter den Knobs. Da ich selbst meine Tatula mit 11 Kugellagern ausgestattet habe weiß ich das dieses Tuning doch einiges bringt.

Für 180 Dollar also eine ziemlich coole Rolle wie ich finde. Wobei man allerdings noch schön das "Engineered by DAIWA" am Gehäuse erkennen kann.

Allem Anschein nach können es sich selbst die "großen" Markennamen nicht mehr leisten komplett auf Rebranding zu verzichten.

Hier der Link zum Cabelas Shop: http://www.cabelas.com/product/Cabelas-Arachnid-Baitcasting-Reel/1907828.uts?Ntk=AllProducts&searc

Mittwoch, 14. Januar 2015

Wurfweite

Ausreichende Wurfweite ist in so manchem Fall der Schlüssel zum Fangerfolg. Egal ob vom Ufer oder vom Boot, wer schwer erreichbare Stellen vom Ufer aus anwerfen kann oder das Boot mit seiner Scheuchwirkung nicht zu nahe zum Fisch steuern muss ist oftmals klar im Vorteil.

Wie erreicht man nun mehr Wurfweite?

Die Kombination aus Rute/Rolle/Schnur und Köder mit der ich persönlich die weitesten Würfe durchführen kann ist folgende:
  • 3,15m Meerforellenrute (mit kurzem Griffstück)
  • Shimano Stella 4000
  • 0,12mm Geflecht (Realdurchmesser unter 0,20mm)
  • zum Wurfgewicht passender Metallköder

Selbstverständlich ist eine Meerforellenrute und eine 4000 Stationärrolle mit dünnem Geflecht und einem Metalljig als Köder in fast allen Situationen die völlig falsche Wahl, auch wenn hiermit Wurfweiten bis 150 Meter möglich sind.


Durch welche Faktoren lässt sich die Wurfweite bei Stationärrollen steigern?

  • Ködergewicht muss zur Rute passen - zu leichtes oder zu schweres Ködergewicht verringert die Wurfweite
  • Rutenlänge - je länger die Rute desto besser, wenn man allerdings einmal 3 bis 3,5 Meter erreicht hat bringt es nicht mehr allzu viel
  • Schnur - je dünner, glatter und geschmeidiger die Schnur desto mehr Wurfweite, dünnes Geflecht ist hier oft im Vorteil
  • Spulengröße der Rolle - mit einer 4000 Spulengröße wirft man weiter als mit einer 1000
  • Schnurverlegung der Rolle - eine aktuelle Shimano Stella FI wirft weiter als eine Biomaster, bessere Schnurwicklung, glattere Abwurfkante
  • Aerodynamik des Köders - ein stromlinienförmiger Köder aus schwerem Material fliegt naturgemäß weiter
  • Wurftechnik - richtige Ausführung des Wurfs
  • saubere Ringe - verschmutze Ringe kosten Weite

Und wie bekekommt man weitere Würfe mit Multirollen bzw. Baitcastrollen zustande?

  • Ködergewicht muss zur Rute passen - bei Multi/BC Rollen ist das noch wichtiger als bei Stationärrollen
  • Rutenlänge - je länger desto mehr Wurfweite
  • Ringanzahl - Ruten mit 10-12 Ringen kosten oft den einen oder anderen Meter
  • Schnur - mit nicht zu dickem Flurocarbon oder monofiler Schnur lässt sich der eine oder andere Meter herausholen im Gegensatz zu Geflecht wo die Wurfbremse eher konservativ eingestellt werden muss
  • Spulengröße - für leichte Köder eine dementsprechend ausgelegte Rolle verwenden, eine 200 Spule und 5g Köder vertragen sich schlecht
  • Rolle mit genau einstellbaren Wurfbremsen verwenden und diese auch richtig justieren
  • Aerodynamik des Köders - ein stromlinienförmiger Köder aus schwerem Material fliegt naturgemäß weiter
  • Wurftechnik - richtige Ausführung des Wurfs, bei Multi/BC Rollen noch entscheidender als bei Stationärrollen
  • saubere Ringe - verschmutze Ringe kosten Weite

Ich hoffe die Tipps helfen euch beim verbessern der Wurfweite.

Dienstag, 13. Januar 2015

Stationärrolle oder Multirolle bzw. Baitcastrolle?

Sieht man über den großen Teich oder auch in den fernen Osten, zeigt sich das wir hier in Europa bei Multirollen (Baitcastrollen) weit hinterherhinken. Nachdem ich mich über Jahre hinweg intensiv mit Multirollen sowie Baitcastrollen beschäftigt habe, angefangen von Wurftechnik, Einsatzzweck bis hin zu Tuningmaßnahmen für mehr Wurfweite oder niedrigere Ködergewichte lässt sich eines klar sagen.


Multirollen/Baitcaster haben Vorteile in gewissen Bereichen

  • angeln vom Boot aus in flachen Gewässern (praktische Rutenlänge, keine hohe Wurfweite erforderlich)
  • beim angeln von Hardbaits (kein Überschlagen des Köders im Wurf)
  • bei Angeltechniken wo Flurocarbon oder monofile Schnur zum Einsatz kommt (Mono oder FC fischt sich an der Multi oder BC einfach deutlich entspannter und ohne Drall)
  • Vertikalangeln (ebenso deutlich ergonomischer und entspannter bei der Köderführung)
  • angeln mit kleinen, leichten Ködern an monofiler Schnur/Flurocarbon im klaren Wasser (etwas Übung ist allerdings erforderlich)

Nachteile gibt es bei den Multirollen bzw. Baitcastrollen natürlich ebenso

  •  bei Verwendung von geflochtene Schnur 

Bei Verwendung von Geflechtschnur auf Multi/Baitcastrollen gibt es eine ganze Reihe von Problemen. Dünne Geflechtschnur (Realdurchmesser unter 0,20mm) schneidet gerne in untere Lagen vor allem wenn diese unteren Lagen nicht straff oder nicht sauber verlegt sind. Die Folge sind Vogelnester auf der Rolle während des Wurfs, das führt zu Schnurbruch. Dieser ist der Grund warum der Köder auf nimmer wiedersehen Richtung Horizont fliegt.

So mancher Angler vermeidet diesen unerfreulichen Köderverlust durch den Einsatz von dickerem Geflecht welches bei einem Nest nicht abreißt. So zerstört man Rollen und der Köder hat ausserdem weit mehr Auftrieb.

Fazit: Geflecht auf Multis oder Baitcastrollen ist mit Vorsicht zu genießen. Für Hardbaits keineswegs notwendig und zum Kontaktangeln auf Grund ist man sowieso bei einer qualitativen Stationärrolle besser aufgehoben.

  •  beim erzielen von hohen Wurfweiten

Hohe Wurfweiten erzieht man nur mit dünner Schnur, langen Ruten und einer guten Rollen, solange der Köder nicht gerade aus Balsaholz gefertigt wurde und Gegenwind in Orkanstärke herrscht. Für maximale Wurfweiten ist eine hochwertige Stationärrolle mit dünnem Geflecht nach wie vor die beste Wahl. Abgesehen davon gibt es Baitcastruten kaum in Längen über 240cm.

  • Verwachsene Ufer

Auch wenn es verschiedenste Wurftechniken gibt welche einem das Angeln an verwachsenen Ufern erleichtern reicht ein Blatt oder ein Grashalm an dem sich die Schnur oder der Köder beim Wurf verfängt für ein Vogelnest auf der Spule.


Fazit: Viele Wege führen nach Rom oder in diesem Fall zum Fisch. Die verschiedenen Rollenmodelle machen durchaus Sinn. Je nach Schnur, Köder, Angeltechnik, Gewässer usw.
Es gibt keine Rolle welche alles bestens abdeckt. Allerdings sollte man die Weitsicht aufbringen Stationärrolle, Multirolle und Baitcastrolle nur dort einzusetzen wo es auch Sinn macht. Möglich ist vieles, aber nicht alles schlau oder fängig.


Hier noch ein Video von einem Pro: https://www.youtube.com/watch?v=_G8QnRcya9Q

Samstag, 10. Januar 2015

PG, HG, XG, HS, XXS - die gute alte Übersetzung der Rolle

Egal ob Stationärrolle, Baitcaster oder Multirollen fürs Meeresangeln - je nach Modell und Größe ändert sich die Übersetzung des Getriebes. In den letzten Jahren wurde die Verwirrung um die verschiedenen Übersetzungen noch größer. Sehr oft gibt es 3-4 verschiedene Übersetzungen pro Größe und Modell. Dementsprechend ist es wichtig sich im Vorhinein genau zu Informieren. Je nach Köder, Fischart oder Angelmethode ist eine hohe, niedrige oder normale Übersetzung durchaus sinnvoll. Kennt man sich gar nicht aus, empfiehlt es sich weder zu einem niedrig übersetzten Getriebe (PG - Power Gear) zu greifen, noch zu einem hohen (HG, XG oder HS, XXS usw). Je nach Hersteller variieren die Bezeichnungen für die verschiedenen Übersetzungen.

Ich persönlich bevorzuge für die meisten Angelmethoden im Süsswasser niedrig oder normal übersetze Rollen. Also bei Stationärrollen 5,0:1 - 5,2:1, bei Baitcastrollen 5,1:1 bis 6,4:1. Beim Kunstköderangeln auf Zander kann eine schnellere Rolle durchaus Sinn machen um Gummiköder über die Rolle vom Gewässergrund anzuheben, allerdings gibt es selten Situationen wo extrem schnelle Köderführung im Süsswasser gut fängt. Ausnahmen sind hier Seeforellen.

Im Salzwasser sieht es da anderes aus. Hier ist eine schnelle Köderführung beim Kunstköderangeln (Popper, Stickbaits usw.) anzuraten. Eine Ausnahme stellt nur das Jiggen dar.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Megabass Vision 110, 110+1 und 110 Magnum

Oneten Magnum SP in Originalverpackung
Oneten Magnum SP (17,5g gewogen)
Oneten + 1 (14,1g gewogen)
Oneten (keine Originalhaken, 13,7g)


Heute möchte ich drei Köder vorstellen. Alle drei Modelle sind von Megabass und haben mich schon oft vor einem Schneidertag gerettet und mir auch den einen oder anderen guten Hecht beschert. Ebenso verpestet man mit diesen Ködern ein Gewässer kaum, da Hänger an Hindernissen sehr selten vorkommen. Man denke nur an die Masse an versenkten Gummifischen beim Kontaktangeln auf Grund. Manch ein Gewässer ist mit abgerissenen Ködern zugepflastert. Angeln hinterlässt sehr wohl einen Fußabdruck am/im Gewässer, egal ob nun auf Friedfische angefüttert wird oder Köder/Montagen abgerissen werden. Komplett vermeiden lässt sich das nicht, allerdings sehr wohl vermindern. Köder welche man nicht kaum/gar nicht verliert sind ein Weg dazu.

Wer jetzt der Meinung ist das diese drei eigentlich für Schwarzbarsche entworfenen Köder nur diese oder Hechtschniepel fangen liegt falsch. Auf Minnows im Bereich um 10-13cm kann man durchaus stattliche Hechte fangen. Richtiger ist es das Köder wie Minnows und kleinere Jerkbaits im allgemeinen meist das fangen was eben so unter Wasser herumschwimmt. In den meisten Fällen sind es die kleinen Hechte welche als erstes gierig auf den vorbeiziehenden Köder schießen und diesen attackieren. Man denke nur an einen Schwarm von Barschen, meist sind es auch dort die kleinen welche zuerst attackieren. In vielen Gewässern kommen auf einen 85cm Hecht viele kleine oder gar untermaßige Fische. Hier empfielt sich dann der Einsatz von größeren Ködern um bewusst an den kleinen vorbei zu angeln. (Meist sind es die stark befischten Gewässer welche eine enorme Population an kleinen oder untermaßigen Raubfischen aufweisen).

Gerade zum Saisonstart im Mai wenn die Hechte noch teilweise im flachen stehen sind solche Minnows wie die von Megabass einen Versuch wert.


Mittwoch, 7. Januar 2015

Shimano Curado 201 I HG Review

Die wahrscheinlich meistverkaufte und bekannteste Shimano Baitcastrolle wurde wieder um eine Modellreihe reicher. Curado I heisst das neueste Modell und bietet um etwa 150 Euro eine solide Performance. Mit 212g und einer Übersetzung von 7.2:1 ist das HG Modell welches man in Europa kaufen kann recht vielseitig einsetzbar. Das Spulengewicht beträgt 16,3g (gemessen) ohne Schnur. Der Abstand zwischen Spulenkante und Schnurführung 17mm und ermöglicht so in Verbindung mit dem neuen SVS Zentifugalbremssystem mehr als nur ordentliche Wurfweiten. Vier Pins an der Zentrifugalbremse, sowie eine beliebig verstellbare 1-6 Skala zur Feinabstimmung der Bremskraft bieten in Verbindung mit der Schleifbremse mehr als ausreichend Einstellungsmöglichkeiten. Wer keine horrenden Summen ausgeben möchte und mit einer Zentrifugalbremse und den teils doch etwas fummeligen Pins zurecht kommt ist bei der Shimano Curado 201 I genau richtig. Extreme Wurfweiten sind die Folge bei richtiger Justierung. Der Seitendeckel unter welchem sich die Pins befinden ist im Falle der Curado I gesichert und kann nicht ins Wasser fallen.

Die Curado 201 I HG besitzt relativ wenige Kugellager und nur an den unbedingt notwendigen Stellen, es fehlen vier an der Kurbel sowie zwei am Wormshaft und eines an der Rücklaufsperre. Die vier an der Kurbel lassen sich einfach nachrüsten, allerdings ist es nur möglich ein Lager am Wormshaft nachzurüsten. Das meiner Meinung nach recht sinnvolle Lager an der Rücklaufsperre ist nicht nachrüstbar.

Ab Werk überzeugt die Rolle mit überdurchschnittlichen Wurfweiten und solider Technik in der Preisklasse. Die Sternbremse ist gut justierbar und die Curado I liegt ausgezeichnet in der Hand dank ihrer sehr kompakten Abmessungen. Einen Klicker an der Schleifbremse sucht man allerdings wie bei vielen anderen Rollen in der Preisklasse vergeblich.

Fazit: Für 150 Euro glänzt die Shimano Curado 200 I HG mit ausgezeichneten Wurfweiten, einem großen Einsatzbereich ab Ködergewichten von etwa 10g und guter Ergonomie. Die einzige Konkurrenz welche die Curado I hierzulande fürchten muss ist die Daiwa Tatula Type R welche ebenso für etwa 150 Euro zu bekommen ist.

Ein Vergleich der zwei Modelle fällt allerdings schwer, da sie sich gewaltig im Design sowie in der Handhabung unterscheiden.

Ich habe beide Rollen gefischt und festgestellt, dass die Tatula Type R unkomplizierter auf jeweilige Köder/Windbedingungen einzustellen ist. Die Tatula ist außerdem durch den Alu-Seitendeckel etwas stabiler und bietet ein wichtiges Kugellager an der Rücklaufsperre welches normalerweise nur deutlich teurere Rollen besitzen. Außerdem bietet sie die Möglichkeit an allen Stellen Kugellager nachzurüsten auf gesamt 11 Stück. Das sogenannte "grooving" an der Schnurführung des TWS Systems der Tatula ist allerdings nach wie vor ein Problem. Hier hinterlässt die Schnur am Material des TWS nach einiger Zeit spuren (schneidet ein).

Wenn man sich die Zeit nimmt die Wurfbremsen der Shimano Curado I sauber einzustellen übertrifft man die Wurfweiten der Daiwa Tatula ohne Probleme, ebenso liegt die Curado I deutlich besser in der Hand und ermöglicht somit ein entspannteres Angeln. Die fehlenden Kugellager merkt man ihr allerdings an.

Jede der zwei Baitcastrollen hat ihre Vor- und Nachteile, somit liegt es im Auge des Betrachters wofür man sich entscheidet. Egal ob Curado I oder Daiwa Tatula Type R, bei beiden Rollen bekommt man viel geboten fürs Geld.

Hier noch ein paar Bilder der Shimano Curado 200 I HG (danke an Stefan)






Shimano Stella FI Review

Die Shimano Stella Baureihe gehört zur Crème de la Crème unter den Stationärrollen. Konkurrenz gibt es in der Preisklasse nur von einem anderen Hersteller namens Daiwa. Die neueste Shimano Stella welche 2014 auf den Markt kam und die Bezeichnung "FI" trägt kann beim Design Punkten. Sie wirkt deutlich moderner als die 2010 erschienene "FE" Version. Wer das Vorgängermodell kennt wird hier keine weltbewegenden Unterschiede feststellen können, nichts desto trotz gibt es einige Verbesserungen welche durchaus sinnvoll sind und in der Praxis ihren Nutzen haben. Diese wären:

- keine Wartungsöffnung unter der Schraube des Schnurlaufröllchens
- bessere Abdichtung gegen eindringendes (Salz)Wasser
- Bügel aus Titan, etwas dicker als beim Vorgängermodell
- Schnurlaufröllchen ist nun Silberfarben (nicht mit schwarzem Keramiküberzug wie beim 2010 Modell)
- breitere und besser greifbare Frontbremse
- der Einsatz einer Wellenfeder ermöglicht eine noch feinere und gleichmäßigere Dosierung der Frontbremse
- feinere Getriebeverzahnung (Microgears), dadurch noch eine Spur geschmeidiger beim Kurbeln
- geänderter Spulenhub und damit laut Shimano bessere Schnurverlegung für noch weitere Würfe

Diese neuen Features konnten bei gleichbleibendem Gewicht bewerkstelligt werden. Durch den Einsatz von Kunststoffteilen in der Spule sowie einem konischen Rotordesign welches unter der Spule sitzt. Wer nicht wirklich tiefgreifend in die Materie eintauchen will für den ist der Unterschied zum "FE" Modell leicht erklärt. Die neue Stella FI ist besser abgedichtet, hat eine noch feinere einstellbare und besser bedienbare Bremse und ermöglicht weitere Würfe durch die neuartige Schnurverlegung. Die restlichen Features sind zwar eine Verbesserung aber keineswegs so gravierend.

Fazit: Wer nicht die 2010 Variante Stella FE besitzt, oder für denjenigen welcher schon immer das Topmodell von Shimano sein eigen nennen wollte bietet das 2014 Modell Stella FI alles was im Rollenbau momentan möglich ist. Von feinsten und stabilsten Materialien, über zeitloses Design bis hin zu einem niedrigen Gesamtgewicht.

Vorsicht: Größe 1000 ist ein PG (Powergear) Modell mit einer geringen Übersetzung von 4.3:1 und somit ungewöhnlich wenig Schnureinzug.

Hier noch ein paar Bilder - Größe 2500 (danke an Stefan):





Freitag, 20. Juni 2014

Hechte im Frühsommer

Vor ein paar Tagen war es wieder so weit, mit Kunstköder auf Hecht war mein Ziel. An einem mir bisher kaum bekannten Revier wollte ich mein Glück versuchen. Ausgedehnte Flachwasserzonen, Kraut, Wasservögel und relativ klares Wasser breiteten sich vor mir aus. Der Befischungsdruck war auch hier recht schnell ersichtlich, wochentags 3 Bootsangler gleich bei meiner Ankunft, welche mit Kunstködern um sich warfen, später noch 2 weitere sowie eine handvoll Angler welche sich ebenso wie ich mit Kunstködern vom Ufer aus versuchten. Da Raubfische in Flachwasserzohnen bis auf Krautbereiche wenig Möglichkeiten haben sich dem Befischungsdruck zu entziehen erwartete ich nicht allzu viel.










Ich gab mein bestes und bekam 2 Bisse, beide fast an der selben Stelle, der erste Fisch war ein makelloser 75cm Hecht welcher auf meinen fängigsten Köder biss und mit einem spritzigen Drill inkl. Sprung aufwarten konnte. Ein zweiter Hecht ähnlicher Größe kam mir im Drill nach kurzer Zeit ab. Gleich doppelt bitter war das ich den 75cm Hecht nicht releasen konnte weil ein Drilling extrem tief saß und nicht sinnvoll zu entfernen war, 5 Km zurück zum Auto mit dem nun für die Küche bestimmten Hecht bei Mittagshitze inklusive. Von Entspannung keine Spur. Bessere Parkplatzkenntnis hätten mir hier einiges an Weg erspart. Insgesamt ein intessantes Angelerlebnis in einem für hiesige Verhältnisse untypischem Gewässer.






Montag, 12. Mai 2014

Hecht mit Kunstködern - (m)eine Methode

Der Hecht ist ein beliebter Fisch in den Heimischen Gewässern, vielleicht weniger am Teller aber umso begehrter am Haken. Glaubt man so mancher aktuellen Umfrage wie dieser hier: http://www.angelforum.at/topic17743.html…9068837b490be83 zählt er gemeinsam mit dem Zander zum wohl am meisten beangelten Fisch. Es reicht hin und wieder am 1. Mai ans Gewässer zu gehen um zu sehen, wie viele Angler es auf den Hecht abgesehen haben.

Für den Hechtbestand selbst ist das wohl weniger vorteilhaft, groß sind Angeldruck und Entnahmemengen. Hier ist jeder einzelne gefragt einen schonenden Umgang mit dem Fisch zu beachten und ausserdem C&R den Vortritt zu geben, wenn man auch weiterhin noch halbwegs große Fische fangen möchte.

Nun zu den Angelmethoden mit Kunstködern. Es gibt eine Vielzahl von Kunstködern mit denen es möglich ist einen Hecht an den Haken zu bekommen. Hier ein Auszug von Methoden sowie Ködern.

  • Blinker
  • Spinner
  • Spinnerbait
  • Bucktailspinner
  • Gummifisch
  • Twister
  • T-Rig mit Stahl
  • Drop Shot (mit Stahl)
  • Vertikal
  • Jerkbaits
  • Ripbait (Twitchbait)
  • Softbaits
  • Crankbaits
  • Schleppangeln
  • Wobbler
  • Fransenjig
  • Popper
  • Stickbaits
  • …und noch viele weitere Methoden und Köder, auch div. Eigenbauvarianten sind hier möglich.

Wie man schon an der nicht gerade kurzen Liste erkennt ist die Methodenanzahl kaum überschaubar. Meiner Meinung nach ist es nicht gerade förderlich für den Fangerfolg viele dieser Varianten zu beherrschen bzw. anzuwenden ausser man fischt an unterschiedlichsten Gewässern. Ist man Besitzer von nur einer oder zwei Jahreskarten, ist es meist ratsam herauszufinden bzw. zu überlegen welche dieser Methoden zum Gewässer passt. Dies kann auf größeren Seen z.b. das Schleppangeln mit Softbaits im Freiwasser sein sowie das Gummifischangeln in Ufernähe je nach Jahreszeit. Oder eben Spinnerbaits sowie Oberflächenköder bei stark verkrauteten flachen Teichen.

Ich will eine Methode aus der oben genannten Liste vorstellen welche mir persönlich sehr gut gefällt und am passenden Gewässer ausgezeichnet fängt. Diese Methode ist nicht der Gufi Einheitsbrei welcher von über 50% aller Hechtangler praktiziert wird und grenzt sich ganz bewusst ab.


Einsatzgebiet:
  • Wassertiefe 1-5 (max. 6m)
  • über Krautfeldern
  • direkt neben/an Hindernissen
  • an Abbruchkanten
  • am besten im Stillwasser
  • Sichttiefe über 1 Meter vorteilhaft
  • Boot von Vorteil
Vorteile:
  • ausgezeichnete Fängigkeit
  • sehr umweltschonend (keine/kaum Abrisse/Hänger/Köderverluste)
  • keine anderen Angler welche ähnlich angeln
  • sehr präzise Würfe möglich
Nachteile:
  • Wassertiefenkenntnis/Hinderniskenntnis erforderlich
  • nur beschränkt fürs Uferangeln geeignet da mittelmäßige Wurfweiten
  • spezielles Tackle erforderlich
  • nur für Flachwasser sowie Mittelwasser einsetzbar

Also, für diejenigen welche nun noch Interesse haben und meinen diese Methode könnte was für ihr Gewässer sein, will ich das ganze nun mal genauer erläutern. Meine Methode setzt auf den Ködertyp Ripbaits/Twitchbaits (Köder siehe hier: http://www.tacklewarehouse.com/Rip_Baits/catpage-HBRIP.html) und ist je nach Köder sinkend/schwebend/auftreibend zu verwenden. Wichtig ist bei der Köderführung auf extremst langsamen Schnureinzug (spezielle Rollen) zwischen 35 und 50cm zu setzen. Pflicht ist ein Stahlvorfach und ich persönlich schwöre auf monofile Schnur (meist 0,35mm) mit geringer Dehnung in Verbindung mit 6,6-7 Fuss Baitcastruten welche das Ködergewicht doppelt bis 4-fach übersteigen.

Wer jetzt fragt warum so und nicht anders? Ich habe jetzt über Jahre versucht das Optimum aus dieser Methode rauszuholen und bin der Meinung mit oben genannter Technik die fängigste Köderführung zu gewährleisten welche mit Ripbaits(Twitchbaits) möglich ist. (Man bedenke das dieser Ködertyp nicht speziell für Hechte entwickelt wurde/wird)

Bei den Ködern selbst möchte ich nicht allzu weit ausholen, nur soviel – es gibt 4 Köderfarben für Hecht: Naturfarbe, Schockfarbe sowie Hell und Dunkel. Erwähnt werden sollte noch das man auch zwischen glänzenden sowie matten Ködern unterscheiden kann. Je nach Gewässer/Witterung und Jahreszeit kann die Köderfarbe variieren. Es ist also nicht entscheidend wie viele Köder man mitnimmt sondern wie schnell man aus den mehr oder weniger 4 Farbtönen den richtigen findet. Mit leichteren oder schwereren Haken (ich empfehle 2 Drillinge, nicht 3) kann man schwebende Köder langsam sinkend bzw. schwebende Köder auftreibend gestalten um mit ein und dem selben Köder flacher/tiefer zu fischen.

Köderführung: durch starke/schwache Schläge und lange/kurze Stopps spielt man mit den vielen Möglichkeiten welche ein guter Ripbait/Twitchbait bietet – durch den extrem langsamen Schnureinzug gibt man dem Fisch Zeit zu reagieren welche viele Hechte auch benötigen. Die monofile Schnur filtert allzu ruckartige und unnatürliche Bewegungen heraus. Mit Baitcastrute sowie Rolle ist diese Technik den ganzen Tag entspannt machbar, da kein hohes Ködergewicht bzw. keine kopflastigen Ruten welche Rückenschmerzen verursachen. Am besten angelt man vom Boot, Köderverlust gibt es mit dieser Technik ebenso kaum/gar nicht wenn man ein Gewässer und dessen Tücken kennt. Das macht das ganze weitaus umweltschonender als Gummifischangeln welches z.b. eine hohe Hängergefahr birgt. Mir persönlich macht diese Technik dort wo es sinnvoll/möglich ist sie einzusetzen sehr viel Spass, kaum jemand angelt auf diese Weise, gute Fängigkeit, entspanntes aber sehr aktives sowie präzises Angeln und man selbst entscheidet mit der kreativen Köderführung über Erfolg oder Misserfolg.

Wer also nicht darauf aus ist so zu angeln wie alle anderen, Schleppangeln oder stupides einkurbeln von Ködern satt hat und ein passendes Gewässer beangelt für den ist diese Technik vielleicht genau die richtige.

Vielleicht habe ich den einen oder anderen von euch inspiriert mit dieser doch sehr speziellen Methode auf Hecht. Viel Spass beim ausprobieren.

Freitag, 2. Mai 2014

Anfischen 1. Mai

Genau wie letztes Jahr zog es mich wieder in ein heimisches Tal zu einem See mit gutem Hechtbestand um die Saison zu starten, nur diesmal war ich nicht auf mich allein gestellt. Paul und Stefan waren mit von der Partie und wir konnten gemeinsam eine zweistellige Zahl an Hechten vorweisen. Mit Köder oder Köderfarben war kein langes experimentieren nötig da ich schon von zig Ausflügen auf diesen See wusste wie und was. Diesen Hecht mit knapp 90 konnte ich in einer flachen Bucht fangen. Die Ryoga 1016L (siehe Blogpost davor) war somit gleich mal eingeweiht. Danke hier nochmal an Stefan für das fotografieren und Paul fürs keschern.


Freitag, 18. April 2014

Daiwa Ryoga 1016L

Wie kommt es eigentlich dazu dass ein Produkt 2x gekauft wird? Entweder weil das erste schnell kaputt ging und man dringend Ersatz benötigt oder aufgrund hoher Qualität, Langlebigkeit, zeitlosem Design und einer ausgezeichneten Materialanmutung. Zweiteres war der Grund welcher mich dazu bewogen hat mich wieder für die Daiwa Ryoga zu entscheiden, diesmal für das kleine Modell 1016L mit einer Übersetzung von 5.4:1, sowie einem Schnureinzug von etwa 57cm bei voller Spule laut Hersteller. Realistisch sind hier wohl eher max. 50cm welche eine Kurbelumdrehung einholt. 12 Kugellager runden das Erscheinungsbild ab. In Verbindung mit den silbernen ZPI Tuningknobs ist diese Rolle wirklich eine elegante Erscheinung. Aluminium wohin man blickt - keine Selbstverständlichkeit bei den vielen Plastik-Leichtbaurollen welche heutzutage großteils angeboten werden. Im Inneren wurde der meiner Meinung nach nervige und unnötige Drag-Klicker von mir entfernt, Carbontex Bremswasher in maximaler Größe verbaut, sowie Abec 7 Keramikhybridkugellager eingebaut und die restlichen Lager geölt statt gefettet. Die Rolle läuft dadurch deutlich leichter an, der nervige Bremsklicker stört nicht mehr und die Bremsleistung ist insgesamt ebenso höher. Vom Hersteller wird diese Rolle im Übrigen als Salzwasserfest bezeichnet. Weiters ist sie von aussen über die Spulenbremse sowie die Magnetbremse welche 20 Einstellungen aufweist einzustellen. Von den Wurfeigenschaften ist diese Rolle definitiv der Fire-and-forget Kategorie zuzuschreiben - einmal halbwegs eingestellt je nach Köder/Wind 1-2 Klicks mehr oder weniger an der Magnetbremseinstellung auswählen und fertig. Einfacher gehts nicht.




Das Gesamtgewicht der Ryoga 1016L kann mit etwa 250g als durchaus vertretbar eingestuft werden. Die stabile Aluminiumkonstruktion bringt hier eben das eine oder andere Gramm mehr auf die Waage. Wird der mögliche Bereich des Wurfgewichts als Grundlage genommen, welcher nicht gerade klein ist und schon bei 5-6g beginnt, ist das Gesamtgewicht der Rolle im durchaus vertretbaren Bereich. Zum Vergleich, die große Ryoga 2020L wiegt 290g.


Das Spulengewicht ist deutlich niedriger als ich ursprünglich angenommen habe, die Standardspule RCS 1016 in Silber bringt inkl. Kugellager gerade mal 14,5g auf die Waage.

Standardspule RCS 1016

Die Tuningspule RCS 1012 in Rot ist mit etwa 15,5g sogar im Nachteil, was sich beim befüllen der Spule mit geflochtener Schnur wohl wiederum ausgleicht. Für monofile Schnur dickeren Durchmessers reicht die Kapazität der Tuningspule nicht aus.

Tuningspule RCS 1012

Im Größenvergleich mit der Ryoga 2020L sieht es dann so aus. Die kleine Ryoga ist angenehmer in der Handhabung aufgrund der etwas kleineren Bauweise.

 Größenvergleich Ryoga 1016L links, Ryoga 2020L rechts

Als Fazit lässt sich folgendes sagen: Ähnlich der Ryoga 2020L ist die 1016L eine sehr stabile round-Profile Rolle mit zeitloser Aluminiumkonstruktion sowie stabilem Getriebe - leider sind solche etwas schwereren Rollen momentan wohl eher im Aussterben begriffen. Leichte oft sehr teure Baitcastrollen mit Aluminium Getriebe werden auf den Herstellerseiten angepriesen, welche sich oft schon nach 10-15mal am Wasser vom Getriebe her anders anfühlen. Der Spruch: "die Rolle muss sich erst einlaufen" ist nach wie vor Blödsinn - nur weiche Materialien laufen sich schnell ein bzw. besser gesagt nützen sich schnell ab so das sich alles nach ein paar mal am Wasser geschmeidig anfühlt. Besitzen solche Rollen dann noch ein Plastikgehäuse - tja...dann kommt einem schon wieder das Wort Obsoleszenz in den Sinn. Mit der Grund warum sich nur noch eine einzige Rolle mit Alu-Getriebe in meinem Besitz befindet und das ausschliesslich für Finesse Methoden im Süsswasser.

Dienstag, 4. März 2014

Huchen

Immer wieder werden in der Drau große Huchen gefangen, 30kg+ sind nach wie vor möglich wenn auch extrem selten. Ein Revier in welchem solche Fische noch gefangen werden können besorgte ich mir letztes Jahr als Jahreskarte. Revierlänge gut 10km, ein paar Hotspots, welche aber auch jeder kennt und natürlich dementsprechend befischt werden. Lange Anfahrtswege, stark schwankender Wasserstand sowie quasi keine Revierkenntnis meinerseits trugen ihr übriges dazu bei das die Fischerei dort nicht allzu erfolgreich verlief. Nicht das ich Erfolg erwartet hätte, aber ein paar Faktoren waren wirklich extrem nervtötend und absolut unerwartet, so kannte ich die Huchenpirsch bisher nicht.

Zu diesen Faktoren gehörten extreme Wasserstandsänderungen innerhalb 1 Stunde bzw. während der Anfahrt durch den Kraftwerksbetrieb, kaum Futterfisch bis auf ein paar verstreute Besatzforellen und Aitel...ich frage mich heute noch was die Huchen dort überhaupt fressen ausser dem Besatz. Extreme Hängerstrecken wegen Einbringung von Steinen in die Rinne durch Baggerschiffe. Das sieht so aus, ein Schiff beladen mit gut 50 Tonnen Steine/Erde kippt diese 50 oder 100m ober mir in den Fluss. Ja, so wünscht man sich das... ebenso wie eine Durchflussmengenänderung von 40m³ auf über 100m³ innerhalb kürzester Zeit oder umgekehrt. Einfach nur schade was Kraftwerke sowie Flussverbauung hier angerichtet haben.

Teilweise hatte ich eine entspannte Fischerei, sieht man davon ab das der Großteil des Köderausbringens oft 5 Meter neben dem Radweg stattfindet und man bei jedem 3. Standplatzwechsel in einen neuen Hundehaufen tritt, da das Revier ja innerhalb eines Stadtgebiets liegt.

Alles in allem die mit Abstand eigenartigste sowie nervtötendste Huchenfischerei welche ich je in einem Revier, welches Huchen beherbergt erlebt habe. Parkplatzprobleme, Hunde, Baggerschiffe, enorme Wasserstandsschwankungen, schwierige Spotsuche verbunden mit Hängerorgien und obendrein einem geringen insgesamten Fischbestand welcher rein vom Besatz lebt. Nebenbei ein Moped (betankt?) welches im Fluss lag, neben anderem Müll...später wurde aus dem Revier auch noch ein Auto geborgen. Nein, so stelle ich mir das Fischen auf den König der Salmoniden nicht vor.

Wohnt man 2-3km vom Wasser entfernt, verfügt über Revierkenntnis und sucht beim Angeln keine Entspannung kann man das in Kauf nehmen, so aber ist es kein Huchenfischen im herkömmlichen bzw. von mir bisher ausgeübten Sinne.

Bis auf 2 kleinere Besatzhuchen - Nachläufer war nicht viel zu machen.

...der letzte Tag an der Gail - Schneeberge inklusive

kleiner Huchen (leider unscharfes Handyfoto)

Forelle auf am 4'' T-Rig


Mittwoch, 26. Februar 2014

Shimano Antares 2012 - Casting Distance

Mit selbigen Setup wie im vorherigen Beitrag mit Daiwa Tatula Type R und Shimano Citica 201D zog ich noch einmal mit der Shimano Antares 2012 los - zum einen weil diese Baitcaster alle anderen Allround Rollen im Bereich 10-30g in der Wurfweite terminiert (und das nicht nur mit ihrem glänzenden Finish), zum anderen ist eine dritte Meinung nie schlecht, in dem Fall ein 3. Vergleichswert.

Die Testbedingungen waren identisch bis auf die etwas höhere Temperatur.

Allgemeines Testsetup:
210cm Medium Rute
10g Owner Football Jigkopf + 3,25 Zoll Lunker City Shaker + Karabiner (Gesamtködergewicht 15,1g)
0,35mm monofile Schnur neu
Außentemperatur etwa 5°C

Wurfweitentest 3:
Rolle Shimano Antares 2012 inkl. Abec 7 Keramikhybridspulenlagern gereinigt (Leerlauf > 1 Minute)
Spulengewicht befüllt 22,7g (diesmal bis 1-2mm unter den Spulenrand da flache Spule)
Schurführung für jeden Testwurf in Mittelstellung für exaktere Ergebnisse
Max. Wurfweite mit etwas angezogener Spulenbremse(Schleifbremse) und 2 aktiven weißen Pins auf Einstellung "2":
50,4 Meter (+ 4,1 Meter bzw. +~8,85% mehr Weite zur Tatula Type R)

Shimano Antares Spule flach - 22,6g inkl. Schnurfüllung 1-2mm unter die Spulenkante (Leere Spule = 15g)


Durch das mit unendlich vielen Einstellmöglichkeiten versehene Zentrifugalbremssystem der Shimano Antares ist es erst möglich diese 4 Meter im Vergleich zur wirklich sehr gut werfenden Tatula Type R herauszuholen. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings ein Einstellungsmarathon welcher seines gleichen sucht - die Tatula oder auch Citica ist um Welten simpler einzustellen da es hier einfach weit weniger Möglichkeiten gibt. Der Mehrwert an Wurfweite bei der Shimano Antares 2012 ist definitiv ein theoretischer und meist völlig irrelevant. Am Wasser beim Angeln wird sich niemand die Mühe machen den oder die letzten Meter in detektivischer Kleinarbeit herauszufinden, es wäre einfach schade um die Zeit.

Im Vergleich zur Citica 201D aus dem Jahre 2006 bietet die Antares etwa 6m mehr Wurfweite, vorausgesetzt man quält sich ab sie richtig einzustellen. Diese 6 Meter bezahlt man mit 6 Jahren "Forschung und Entwicklung" und obendrein etwa 480 Dollar Mehrpreis sowie nochmals 50 Dollar für 2 Tuninglager.

Sieht man vom Wurfweitenzugewinn ab, gibts natürlich für den Mehrpreis bei der Antares eine edel verarbeitete Rolle mit sanftesten Laufeigenschaften unter Zug, guter Bremse sowie ergonomischer Form.

Dienstag, 25. Februar 2014

Shimano Citica 201D versus Daiwa Tatula Type R - Casting Distance

Die Überschrift wirft natürlich einige Fragen auf? Warum komme ich gerade auf die fast schon absurde Idee, eine 8 Jahre alte Shimano Citica 201D mit gerade mal 5 Kugellagern gegen eine aktuelle und ans Limit getunte Daiwa Tatula Type R mit 11 Kugellagern antreten zu lassen. Es gab dafür nur einen Grund welchen ich mit 2 Bildern erklären möchte - die (fast) identischen Spulen.

Shimano Citica 201D Spule - ohne Schnur16,1g/mit Testfüllung 23,7g
 Daiwa Tatula Type R Spule - ohne Schnur 16,2g/mit Testfüllung 23,3g

Wie man unschwer erkennen kann sind sich die 2 Spulen mehr als ähnlich, beide sind tief, beide weisen eine lange Achse auf, beide besitzen ohne Schnurfüllung ein quasi identisches Gewicht. Mit Schnurfüllung etwa 2-3mm unter den Spulenrand ist das Gewicht beider Spulen noch immer mehr als ähnlich mit 23,3 bzw. 23,7g.
Geflochtene Schnur kommt bei meinen Wurfweitentests absichtlich nicht zum Einsatz - zu teuer um Maximalwerte zu testen wo es zu Perückenbildung kommen kann beim herantasten an die optimale Einstellung.

Durch Zufall bin ich auf diese Ähnlichkeit gestoßen und so auf die Idee mit dem Wurfweitenvergleich gekommen. Als Köder wählte ich einen 3,25 Zoll Lunker City Shaker am 10g Owner Football Jigkopf sowie einem Karabiner. Ködergewicht mit Karabiner = 15,1g (siehe Bild unten)

Lunker City Shaker 3,25 Zoll inkl. 10g Owner Football Jigkopf

Als Rute kam eine 210cm lange Medium zum Einsatz, welche sich bei oben genanntem Ködergewicht gut auflädt. Schnur war jeweils monofile 0,35mm in Neuzustand.

Um den Test etwas fairer zu gestalten und um der alten Shimano Citica etwas mehr Einstellmöglichkeiten zu geben, halbierte ich 2 rote Pins mit einem Messer und bemalte selbige schwarz mit wasserfestem Marker. (siehe Bild unten)

Citica 201D Spule mit schwarzen halbierten Pins (1 davon aktiv)


30m Maßband auf der Wiese zum Testen, vielleicht sollte ich mir noch ein längeres zulegen um die Sache einfacher zu machen ;)


Allgemeines Testsetup:
210cm Medium Rute
10g Owner Football Jigkopf + 3,25 Zoll Lunker City Shaker + Karabiner (Gesamtködergewicht 15,1g)
0,35mm monofile Schnur neu
Außentemperatur unter 5°C


Wurfweitentest 1:
Rolle Shimano Citica 201D etwa 8 Jahre alt in Originalzustand, Spulenlager ebenfalls Original
2 Pins der SVS Zentrifugalbremse mit Messer halbiert für mehr Einstellmöglichkeiten (siehe Bild oben)
Spulengewicht befüllt 23,7g
Schnurführung für jeden Testwurf in Mittelstellung für exaktere Ergebnisse
max. Wurfweite mit 1 aktiven halbierten Pin: 43,9 Meter


Wurfweitentest 2:
Rolle Daiwa Tatula Type R inkl. Abec 7 Keramikhybridspulenlager gereinigt, div. Tuning von anderen Teilen der Rolle
Spulengewicht befüllt 23,3g
Schnurführung für jeden Testwurf in Mittelstellung für exaktere Ergebnisse
max. Wurfweite mit Magnetbremse auf Einstellung 4: 46,3 Meter (+2,4 Meter bzw. + ~5,5% Weite)


Trotz des fortschrittlichen T-Wing Designs der Daiwa Tatula Type R welches einen freieren Schnurablauf während des Wurfs ermöglicht, gereinigten Abec 7 Hybridkugellagern welche als Spulenlager zum Einsatz kommen kann sich die aktuelle Tatula Type R kaum von einer immerhin 8 Jahre alten und damals gerade mal 119 Dollar teuren Shimano Citica 201D absetzen welche obendrein im Originalzustand (bis auf die halbierten Pins) daherkommt. 8 Jahre alte weitaus schlechtere Lager sind hier vollkommen nebensächlich, ebenso wie das veraltetete SVS Zentrifugal Bremssystem, welches in der Citica zum Einsatz kommt und nur mit öffnen des Seitendeckels zu justieren ist. Vom Wurfgefühl würde ich ebenso keiner von beiden Rollen einen klaren Vorteil zusprechen - beide werfen gemütlich und tadellos. Das TWS System der Tatula hat evtl. bei gewissen Würfen Vorteile. Wäre da nicht das um 68g höhere Gewicht der Shimano Citica 201D und das ziemlich große für kleinere Hände eher unhandliche Gehäuse könnte man fast sagen die Rollen schenken sich wenig.

212g im Falle der getunten Tatula Type R sind eben weit mehr zeitgemäß, als die schweren 280g der in die Jahre gekommenen Citica. Das Getriebe der Tatula läuft im übrigen deutlich sanfter und weicher im Gegensatz zum weniger passgenau gefertigten Getriebe der Citica - deutlich zu bemerken wenn man einen Köder durchs Wasser einkurbelt bzw. unter Zug einkurbelt. Das kompaktere leichtere Design der Tatula kann wohl auch als deutlich ansprechender und angenehmer zu handhaben eingestuft werden. (Siehe Bild unten)

Tatula Type R mit kleineren Knobs sowie 11 Kugellagern - 212g Eigengewicht


Zu guter letzt zeigt sich eben das die Physik die Grenze des möglichen vorgibt was die Wurfweite betrifft. Ohne leichtere sowie flachere Spulen ist fast keine zusätzliche Wurfweite möglich, vollkommen nebensächlich wie der Rest der Rolle gestaltet ist oder wie leicht die teuren Tuninglager laufen. Viele unterliegen dem Glauben eine teurere Baitcastrolle bietet automatisch deutlich mehr Wurfweite, dies ist nur dann korrekt wenn die teurere Rolle eine leichtere oder flachere Spule aufweist - in allen anderen Fällen gibts entweder eine fast identische Weite oder sogar eine schlechtere. Hat man den Wurfstil mit Baitcastrollen erst einmal anständig erlernt, lässt sich meist auch mit günstigeren Rollen der Köder auf anständige Weiten bringen.

Siehe für zusätzliche Information zur Auswahl der richtigen Spulen meinen Beitrag "Spulenbauweisen bei Baitcastern".

Sonntag, 23. Februar 2014

Vorfächer fürs Hechtangeln

Immer wieder wird von Spinnanglern welche auf Hechte angeln diskutiert wie haltbar Flurocarbon, Hardmono oder Titan im Gegensatz zum altmodischen Stahlvorfach ist. Obwohl es auch beim Stahl einige Neuerungen gab, wie 7x7 Material mit 49 Einzelfäden ist es noch mehr oder weniger gleich geblieben über die letzten Jahre.

Wie schnittfest/knick resistent sind nun die einzelnen Materialien, wie stark kann ein scharfer Hechtzahn die einzelnen Materialien beschädigen?

Um genau das herauszufinden habe ich einen kleinen Test durchgeführt, den obligatorischen Hechtzahn durch Cuttermesserklingen ersetzt und mit verschiedenen Gewichten Druck/Bewegung ausgeübt. Folgende Werte kamen dabei heraus. (Rot hinterlegt sind die Werte welche ohne Reibung unter Zug erreichbar waren, orange hinterlegt ist der Wert welcher sogar Reibung unter Zug aushält)

  • Gamakatsu Flurocarbon 0,42mm - 500g direkter Abriss 
  • Daiwa Saltiga 0,60mm Flurocarbon - 500g stark beschädigt, bei Reibung Abriss, 1kg direkter Abriss 
  • Daiwa Saltiga 0,85mm Flurocarbon - 1kg stark beschädigt, bei Reibung Abriss 
  • Daiwa Saltiga 1,00mm Flurocarbon - 1kg beschädigt, bei Reibung Abriss, 2kg direkter Abriss 
  • Uni Cat 1,2mm Hardmono - 2kg beschädigt, bei Reibung Abriss 
  • Flurocarbon Hersteller unbekannt 150 Pfund Tragkraft - 2kg beschädigt, bei Reibung Abriss 
  • Stahlvorfach 4,5kg - 1kg leicht geknickt, bei Reibung Abriss 
  • Stahlvorfach 1x7 9kg - 2kg leicht geknickt, bei Reibung Abriss 
  • Stahlvorfach 1x7 15kg - 2kg leicht geknickt, hält bei Reibung 
  • Titan 0,15mm - 1kg leicht geknickt, bei Materialentspannung Abriss beim Knick 
  • Titan 0,20mm - 2kg leicht geknickt, bei Materialentspannung Abriss beim Knick

Zusammenfassend lässt sich folgendes feststellen - Flurocarbon der Stärke 0,85-1mm ist etwa ähnlich schnittfest wie relativ dünnes 4-5kg Stahlvorfach, der einzige Unterschied ist die Beschädigung des Materials nach der Belastung. Flurocarbon bekommt Schnitte da das Material weich ist, Stahl bekommt Knickstellen.

Möchte man in etwa die Schnittsicherheit von 9kg 1x7 Stahlvorfach benötigt man schon 1,2mm Hardmono oder 150 Pfund Flurocarbon mit Stärken deutlich über 1mm. Die höchste Sicherheit bietet 1x7 15kg Stahlvorfach - hier kann wirklich nichts schiefgehen vorausgesetzt es wird sauber geklemmt.

Titanvorfächer sind ein ganz eigenes Kapitel, das Material ist extrem Schnittfest und hart - dafür aber wenn es denn einmal geknickt wurde zum wegwerfen bzw. es bricht nach dem Knicken ohne Belastung von selbst.

Zu guter letzt kann ich bei möglichem Hechtkontakt empfehlen mindestens 0,85mm Flurocarbon oder 4kg Stahlvorfach zu verwenden, bei kleinen Ködern und Ruten unter 30g Wurfgewicht. Bei Wurfgewichten darüber mindestens 9kg 1x7 Stahl sowie Flurocarbon/Hardmono ab 1,2mm aufwärts. Möchte man auf Nummer sicher gehen bleibt nur der Griff zum relativ dicken sichtigen 15kg Stahl.

Freitag, 21. Februar 2014

Das Einmaleins des Baitcastens - Auswahl von Rute/Rolle/Schnur sowie erstes Werfen

Hat man sich dazu entschlossen dem Spinnfischen den Rücken zu kehren oder möchte einfach etwas neues versuchen, sowie seinen anglerischen Horizont erweitern fällt da natürlich das Baitcasten wie es in Japan/Amerika sehr beliebt ist ins Auge. Nur Baitcasten ist nicht Spinnangeln und die kleinen Multirollen - in flacher Bauweise Baitcaster genannt, sowie der Wurfablauf erfordern etwas Übung. Ich persönlich bin mir nicht sicher ob das Angeln mit der Spinnrute oder mit der Castingrute schwieriger zu erlernen ist wenn jemand überhaupt nicht angeln kann, aber die Umgewöhnung vom Spinnangeln auf Baitcasten dauert definitiv seine Zeit.

Mittlerweile auch am europäischen Markt angekommen gibt es eine große Auswahl an Rollen/Ruten und natürlich eine noch viel größere Auswahl an Rollen/Ruten von denen man die Finger lassen sollte. Kurz gesagt, es ist notwendig in zumindest halbwegs anständiges Tackle der mittleren Preisklasse zu investieren wenns klappen soll. Denn der Preis schlägt sich hier fast direkt auf mehr Wurfweite nieder und erspart viele Perücken. Das ergibt sich hauptsächlich durch bessere Kugellager bzw. niedrigere Spulengewichte sowie bessere Wurfbremssysteme - diese kosten im Falle der Baitcastrollen Geld.

Eine meiner Meinung nach lohnende Ruten/Rollenserie für Baitcast-Einsteiger ist die Amerikanische Daiwa Tatula Serie - Ruten und Rollen kosten hier jeweils 149 Dollar. Die Daiwa Tatula Rolle wirft von etwa 10 - 40g gute Weiten. Mit etwas Übung sind auch noch unter 10g möglich. Eine Daiwa Tatula 100 HSL mit einer Daiwa Tatula Rute mit Länge 6 Fuss 10 Zoll Medium Heavy stellt ist ein Setup dar, welches für Anfänger und Profi gleichermaßen gut zu verwenden ist. Köder von 10-max. 30g sind damit möglich. Werfen mit der Baitcastausrüstung funktioniert nur dann tadellos wenn die unteren sowie oberen Wurfgewichtsgrenzen der Rute eingehalten werden! Hält man sich an diese Regeln bietet die Tatula Serie eine simpel einzustellende Rolle, eine leichte relativ sensible Rute und gute Wurfweiten - mit 0,35mm monofiler Schnur bespult kann es dann ans üben gehen. Für anfängliche Wurfübungen ist monofile Schnur die beste Wahl - günstig und bei Perücken auf der Spule relativ leicht zu entwirren.

Beim Ködergewicht sollte man für den Anfang bei oben genanntem Gerät etwa 15-20g zum Üben auswählen.

Es gibt diverse Rollenhersteller, aber für Anfänger sind Baitcastrollen mit Spulenbremse sowie Magnetbremse die beste Wahl, die Regulierungsmöglichkeiten von aussen stellen einen zusätzlichen Vorteil dar. Jedes System hat seine Vorteile, trotzdem würde ich Anfängern ausschliesslich zu Rollen mit Magnetbremseinstellung raten, kürzere Übungszeit bzw. weniger Perücken werden es einem danken.

Von allen Herstellern ausser Daiwa/Shimano rate ich grundsätzlich ab, Abu Garcia wäre noch eine Option, aber beim Rest versäumt man nichts ausser man möchte sich ärgern oder hats gerne unnötig kompliziert.

Am Wasser gilt es natürlich die Rolle richtig einzustellen. Dazu siehe Bild unten. Mit Hilfe der Spulenbremse bzw. Schleifbremse (grüner Pfeil) das rechts/links Spiel der Spule reduzieren sodass der Köder bei gedrückter Freilauftaste (blauer Pfeil) langsam zu Boden sinkt. Bleibt der Köder stehen, Spulenbremse (grüner Pfeil) öffnen, fällt er schnell zu Boden Spulenbremse etwas schliessen. Ist die Spulenbremse richtig eingestellt, Magnetbremse (roter Pfeil) auf Einstellung 10 von 20 möglichen Einstellmöglichkeiten. Dann Freilauftaste (blauer Pfeil) drücken und werfen - dazu den Daumen im Richtigen Moment von der Freilauftaste (blauer Pfeil) entfernen. Kurz bevor der Köder am Wasser aufkommt den Daumen wieder auf die Spule um ein überdrehen der Spule zu verhindern. Soweit die Theorie.


Donnerstag, 20. Februar 2014

Spulenbauweisen bei Baitcastern

Um bestimmte Ködergewichte zuverlässig und stressfrei werfen zu können muss eine Vielzahl von Faktoren beachtet werden. Ein Punkt welcher von vielen nicht beachtet wird ist das Spulengewicht der Baitcastrolle. Zusammen mit dem Schnurgewicht bildet es die "Masse" welche durch das Ködergewicht in Rotation versetzt werden muss. Für einen 2g-3g leichten Köder ist es unmöglich 30 oder 40g Spulen/Schnurgewicht in Rotation zu versetzen. Deswegen gibt es je nach Einsatzzweck unterschiedliche Spulenbauformen sowie Gewichte. Eine flache Spule mit geringer Schnurfassung wird leichter in Rotation versetzt im Gegensatz zu einer tiefen. Besitzt die Spule eine lange Achse und nur wenig Gewicht im äusseren Spulenkörper trägt das ebenso dazu bei die Spule mit geringerem Aufwand in Rotation zu versetzen.

Nach Meinung vieler sollte die richtige Baitcastrolle gekauft werden um bestimmte Ködergewichte werfen zu können, das ist nur teilweise korrekt. Besser ausgedrückt ist es die optimale Spule welche den Ton bzw. die Wurfweite angibt. Natürlich gibt kaum ein Hersteller das Spulengewicht an, obwohl dieses den Einsatzzweck bzw. das mögliche geringste Ködergewicht einer Rolle definiert. Ebenso definiert die Stabilität der Spule auch ein oberes Wurfgewicht, welches aber meist nur mit Trial and Error herausgefunden werden kann. Es gibt 3 Punkte welche das geringste mögliche Ködergewicht der Spule bzw. in weiterer Folge den nutzbaren unteren Wurfgewichtsbereich der jeweiligen Baitcastrolle angeben:

  • Bauform (flache Spule mit geringer Schnurfassung oder tiefe Spule mit hoher Schnurfassung)
  • Gewichtsverteilung (schwere lange Achse oder schwerer äusserer Spulenkörper)
  • Spulengewicht

Hier 3 Beispiele wie so etwas aussehen kann.

Spulen für kleine Köder unter 5g Ködergewicht:

Eine Spule mit geringem Spulengewicht von unter 10g ohne Kugellager, flacher Spule und somit geringer Schnurfassung, obendrein schwerer Achse und leichtem aussen liegenden Spulenkörper, wie man es bei der Shimano Metanium Yumeya Shallow Spool findet eigenet sich also bestens für leichte Köder. Allerdings muss man hier wiederum aufpassen nicht zu schwere Köder zu werfen, dünnwandige Aluspulen mit vielen Bohrungen oder Magnesiumspulen verbiegen sich leicht wenn Probleme auftreten. Das ist der Grund warum Daiwa für seine "T3 Air" Baitcastrolle eine maximale Schnurstärke angibt. Finessespulen = nur Finesseköder/Schnur, sonst können verbogene Spulen die Freude trüben.

Shimano Metanium Yumeya Spule ohne Kugellager mit langer Achse (Spulengewicht ~9,8g)

Spulen für Köder ab 10g Ködergewicht:

Im Gegensatz dazu ist die Standard Spule der Daiwa Ryoga mit mittlerem Spulengewicht von 18g ohne Kugellager, tiefer Spule, höherer Schnurfassung, kurzer Achse und schwerem aussen liegenden Spulenkörper für leichte Köder nicht allzu toll geeignet. Hier muss bei befüllter Spule einiges Gewicht in Rotation versetzt werden. Allerdings ist diese Spule stabil gebaut, selbst dicke geflochtene Schnur ist hier möglich, ebenso ein höheres Ködergewicht Richtung 3-stelliger Gramm Bereich. Bei Köder ab einem gewissen Grundgewicht, vor allem mit guten Wurfeigenschaften ist es nicht mehr so entscheidend ob die Spule nun mit Schnur 30g oder gar 40g aufweist, es wird sich an der Wurfweite wenig ändern.

Daiwa Ryoga 2020 Standard Spule mit Kugellager (Spulengewicht ohne Kugellager ~18g)

Universelle Spulen ab 5g Ködergewicht:

Es gibt natürlich auch Spulen welche eine Mischung sind - siehe die Spule der Shimano Antares 2012. Die relativ flache Spule mit langer Achse und geringem Gewicht des aussen liegenden Spulenkörpers gaukelt Finesse Qualitäten vor, aber das Gewicht der Spule mit gut 15g ohne Kugellager ist für reine Finesse Köder zu hoch. Die Schnurfassung ebenso etwas zu groß um kleine Baits auf Weite zu befördern. Solche Spulen eignen sich sehr gut für weite Würfe mit Ködern im Bereich 10-30g.

Shimano Antares Spule mit langer Achse ohne Kugellager (Spulengewicht ~15g)

Hier noch ein paar Beispiele wie es mit den Spulengewichten aussieht...

Daiwa RCS 2014 Spule mit Kugellager (Spulengewicht ohne Kugellager ~16g)

Daiwa RCS 2020 Spule mit Kugellager (Spulengewicht ohne Kugellager ~16g)

Daiwa Tatula Type R Spule mit langer Achse ohne Kugellager (Spulengewicht ~16,2g)

Abu Revo Aurora Spule mit Kugellager (Spulengewicht ohne Kugellager ~10,4g)