Mittwoch, 7. Januar 2015

Shimano Curado 201 I HG Review

Die wahrscheinlich meistverkaufte und bekannteste Shimano Baitcastrolle wurde wieder um eine Modellreihe reicher. Curado I heisst das neueste Modell und bietet um etwa 150 Euro eine solide Performance. Mit 212g und einer Übersetzung von 7.2:1 ist das HG Modell welches man in Europa kaufen kann recht vielseitig einsetzbar. Das Spulengewicht beträgt 16,3g (gemessen) ohne Schnur. Der Abstand zwischen Spulenkante und Schnurführung 17mm und ermöglicht so in Verbindung mit dem neuen SVS Zentifugalbremssystem mehr als nur ordentliche Wurfweiten. Vier Pins an der Zentrifugalbremse, sowie eine beliebig verstellbare 1-6 Skala zur Feinabstimmung der Bremskraft bieten in Verbindung mit der Schleifbremse mehr als ausreichend Einstellungsmöglichkeiten. Wer keine horrenden Summen ausgeben möchte und mit einer Zentrifugalbremse und den teils doch etwas fummeligen Pins zurecht kommt ist bei der Shimano Curado 201 I genau richtig. Extreme Wurfweiten sind die Folge bei richtiger Justierung. Der Seitendeckel unter welchem sich die Pins befinden ist im Falle der Curado I gesichert und kann nicht ins Wasser fallen.

Die Curado 201 I HG besitzt relativ wenige Kugellager und nur an den unbedingt notwendigen Stellen, es fehlen vier an der Kurbel sowie zwei am Wormshaft und eines an der Rücklaufsperre. Die vier an der Kurbel lassen sich einfach nachrüsten, allerdings ist es nur möglich ein Lager am Wormshaft nachzurüsten. Das meiner Meinung nach recht sinnvolle Lager an der Rücklaufsperre ist nicht nachrüstbar.

Ab Werk überzeugt die Rolle mit überdurchschnittlichen Wurfweiten und solider Technik in der Preisklasse. Die Sternbremse ist gut justierbar und die Curado I liegt ausgezeichnet in der Hand dank ihrer sehr kompakten Abmessungen. Einen Klicker an der Schleifbremse sucht man allerdings wie bei vielen anderen Rollen in der Preisklasse vergeblich.

Fazit: Für 150 Euro glänzt die Shimano Curado 200 I HG mit ausgezeichneten Wurfweiten, einem großen Einsatzbereich ab Ködergewichten von etwa 10g und guter Ergonomie. Die einzige Konkurrenz welche die Curado I hierzulande fürchten muss ist die Daiwa Tatula Type R welche ebenso für etwa 150 Euro zu bekommen ist.

Ein Vergleich der zwei Modelle fällt allerdings schwer, da sie sich gewaltig im Design sowie in der Handhabung unterscheiden.

Ich habe beide Rollen gefischt und festgestellt, dass die Tatula Type R unkomplizierter auf jeweilige Köder/Windbedingungen einzustellen ist. Die Tatula ist außerdem durch den Alu-Seitendeckel etwas stabiler und bietet ein wichtiges Kugellager an der Rücklaufsperre welches normalerweise nur deutlich teurere Rollen besitzen. Außerdem bietet sie die Möglichkeit an allen Stellen Kugellager nachzurüsten auf gesamt 11 Stück. Das sogenannte "grooving" an der Schnurführung des TWS Systems der Tatula ist allerdings nach wie vor ein Problem. Hier hinterlässt die Schnur am Material des TWS nach einiger Zeit spuren (schneidet ein).

Wenn man sich die Zeit nimmt die Wurfbremsen der Shimano Curado I sauber einzustellen übertrifft man die Wurfweiten der Daiwa Tatula ohne Probleme, ebenso liegt die Curado I deutlich besser in der Hand und ermöglicht somit ein entspannteres Angeln. Die fehlenden Kugellager merkt man ihr allerdings an.

Jede der zwei Baitcastrollen hat ihre Vor- und Nachteile, somit liegt es im Auge des Betrachters wofür man sich entscheidet. Egal ob Curado I oder Daiwa Tatula Type R, bei beiden Rollen bekommt man viel geboten fürs Geld.

Hier noch ein paar Bilder der Shimano Curado 200 I HG (danke an Stefan)






Shimano Stella FI Review

Die Shimano Stella Baureihe gehört zur Crème de la Crème unter den Stationärrollen. Konkurrenz gibt es in der Preisklasse nur von einem anderen Hersteller namens Daiwa. Die neueste Shimano Stella welche 2014 auf den Markt kam und die Bezeichnung "FI" trägt kann beim Design Punkten. Sie wirkt deutlich moderner als die 2010 erschienene "FE" Version. Wer das Vorgängermodell kennt wird hier keine weltbewegenden Unterschiede feststellen können, nichts desto trotz gibt es einige Verbesserungen welche durchaus sinnvoll sind und in der Praxis ihren Nutzen haben. Diese wären:

- keine Wartungsöffnung unter der Schraube des Schnurlaufröllchens
- bessere Abdichtung gegen eindringendes (Salz)Wasser
- Bügel aus Titan, etwas dicker als beim Vorgängermodell
- Schnurlaufröllchen ist nun Silberfarben (nicht mit schwarzem Keramiküberzug wie beim 2010 Modell)
- breitere und besser greifbare Frontbremse
- der Einsatz einer Wellenfeder ermöglicht eine noch feinere und gleichmäßigere Dosierung der Frontbremse
- feinere Getriebeverzahnung (Microgears), dadurch noch eine Spur geschmeidiger beim Kurbeln
- geänderter Spulenhub und damit laut Shimano bessere Schnurverlegung für noch weitere Würfe

Diese neuen Features konnten bei gleichbleibendem Gewicht bewerkstelligt werden. Durch den Einsatz von Kunststoffteilen in der Spule sowie einem konischen Rotordesign welches unter der Spule sitzt. Wer nicht wirklich tiefgreifend in die Materie eintauchen will für den ist der Unterschied zum "FE" Modell leicht erklärt. Die neue Stella FI ist besser abgedichtet, hat eine noch feinere einstellbare und besser bedienbare Bremse und ermöglicht weitere Würfe durch die neuartige Schnurverlegung. Die restlichen Features sind zwar eine Verbesserung aber keineswegs so gravierend.

Fazit: Wer nicht die 2010 Variante Stella FE besitzt, oder für denjenigen welcher schon immer das Topmodell von Shimano sein eigen nennen wollte bietet das 2014 Modell Stella FI alles was im Rollenbau momentan möglich ist. Von feinsten und stabilsten Materialien, über zeitloses Design bis hin zu einem niedrigen Gesamtgewicht.

Vorsicht: Größe 1000 ist ein PG (Powergear) Modell mit einer geringen Übersetzung von 4.3:1 und somit ungewöhnlich wenig Schnureinzug.

Hier noch ein paar Bilder - Größe 2500 (danke an Stefan):





Freitag, 20. Juni 2014

Hechte im Frühsommer

Vor ein paar Tagen war es wieder so weit, mit Kunstköder auf Hecht war mein Ziel. An einem mir bisher kaum bekannten Revier wollte ich mein Glück versuchen. Ausgedehnte Flachwasserzonen, Kraut, Wasservögel und relativ klares Wasser breiteten sich vor mir aus. Der Befischungsdruck war auch hier recht schnell ersichtlich, wochentags 3 Bootsangler gleich bei meiner Ankunft, welche mit Kunstködern um sich warfen, später noch 2 weitere sowie eine handvoll Angler welche sich ebenso wie ich mit Kunstködern vom Ufer aus versuchten. Da Raubfische in Flachwasserzohnen bis auf Krautbereiche wenig Möglichkeiten haben sich dem Befischungsdruck zu entziehen erwartete ich nicht allzu viel.










Ich gab mein bestes und bekam 2 Bisse, beide fast an der selben Stelle, der erste Fisch war ein makelloser 75cm Hecht welcher auf meinen fängigsten Köder biss und mit einem spritzigen Drill inkl. Sprung aufwarten konnte. Ein zweiter Hecht ähnlicher Größe kam mir im Drill nach kurzer Zeit ab. Gleich doppelt bitter war das ich den 75cm Hecht nicht releasen konnte weil ein Drilling extrem tief saß und nicht sinnvoll zu entfernen war, 5 Km zurück zum Auto mit dem nun für die Küche bestimmten Hecht bei Mittagshitze inklusive. Von Entspannung keine Spur. Bessere Parkplatzkenntnis hätten mir hier einiges an Weg erspart. Insgesamt ein intessantes Angelerlebnis in einem für hiesige Verhältnisse untypischem Gewässer.






Montag, 12. Mai 2014

Hecht mit Kunstködern - (m)eine Methode

Der Hecht ist ein beliebter Fisch in den Heimischen Gewässern, vielleicht weniger am Teller aber umso begehrter am Haken. Glaubt man so mancher aktuellen Umfrage wie dieser hier: http://www.angelforum.at/topic17743.html…9068837b490be83 zählt er gemeinsam mit dem Zander zum wohl am meisten beangelten Fisch. Es reicht hin und wieder am 1. Mai ans Gewässer zu gehen um zu sehen, wie viele Angler es auf den Hecht abgesehen haben.

Für den Hechtbestand selbst ist das wohl weniger vorteilhaft, groß sind Angeldruck und Entnahmemengen. Hier ist jeder einzelne gefragt einen schonenden Umgang mit dem Fisch zu beachten und ausserdem C&R den Vortritt zu geben, wenn man auch weiterhin noch halbwegs große Fische fangen möchte.

Nun zu den Angelmethoden mit Kunstködern. Es gibt eine Vielzahl von Kunstködern mit denen es möglich ist einen Hecht an den Haken zu bekommen. Hier ein Auszug von Methoden sowie Ködern.

  • Blinker
  • Spinner
  • Spinnerbait
  • Bucktailspinner
  • Gummifisch
  • Twister
  • T-Rig mit Stahl
  • Drop Shot (mit Stahl)
  • Vertikal
  • Jerkbaits
  • Ripbait (Twitchbait)
  • Softbaits
  • Crankbaits
  • Schleppangeln
  • Wobbler
  • Fransenjig
  • Popper
  • Stickbaits
  • …und noch viele weitere Methoden und Köder, auch div. Eigenbauvarianten sind hier möglich.

Wie man schon an der nicht gerade kurzen Liste erkennt ist die Methodenanzahl kaum überschaubar. Meiner Meinung nach ist es nicht gerade förderlich für den Fangerfolg viele dieser Varianten zu beherrschen bzw. anzuwenden ausser man fischt an unterschiedlichsten Gewässern. Ist man Besitzer von nur einer oder zwei Jahreskarten, ist es meist ratsam herauszufinden bzw. zu überlegen welche dieser Methoden zum Gewässer passt. Dies kann auf größeren Seen z.b. das Schleppangeln mit Softbaits im Freiwasser sein sowie das Gummifischangeln in Ufernähe je nach Jahreszeit. Oder eben Spinnerbaits sowie Oberflächenköder bei stark verkrauteten flachen Teichen.

Ich will eine Methode aus der oben genannten Liste vorstellen welche mir persönlich sehr gut gefällt und am passenden Gewässer ausgezeichnet fängt. Diese Methode ist nicht der Gufi Einheitsbrei welcher von über 50% aller Hechtangler praktiziert wird und grenzt sich ganz bewusst ab.


Einsatzgebiet:
  • Wassertiefe 1-5 (max. 6m)
  • über Krautfeldern
  • direkt neben/an Hindernissen
  • an Abbruchkanten
  • am besten im Stillwasser
  • Sichttiefe über 1 Meter vorteilhaft
  • Boot von Vorteil
Vorteile:
  • ausgezeichnete Fängigkeit
  • sehr umweltschonend (keine/kaum Abrisse/Hänger/Köderverluste)
  • keine anderen Angler welche ähnlich angeln
  • sehr präzise Würfe möglich
Nachteile:
  • Wassertiefenkenntnis/Hinderniskenntnis erforderlich
  • nur beschränkt fürs Uferangeln geeignet da mittelmäßige Wurfweiten
  • spezielles Tackle erforderlich
  • nur für Flachwasser sowie Mittelwasser einsetzbar

Also, für diejenigen welche nun noch Interesse haben und meinen diese Methode könnte was für ihr Gewässer sein, will ich das ganze nun mal genauer erläutern. Meine Methode setzt auf den Ködertyp Ripbaits/Twitchbaits (Köder siehe hier: http://www.tacklewarehouse.com/Rip_Baits/catpage-HBRIP.html) und ist je nach Köder sinkend/schwebend/auftreibend zu verwenden. Wichtig ist bei der Köderführung auf extremst langsamen Schnureinzug (spezielle Rollen) zwischen 35 und 50cm zu setzen. Pflicht ist ein Stahlvorfach und ich persönlich schwöre auf monofile Schnur (meist 0,35mm) mit geringer Dehnung in Verbindung mit 6,6-7 Fuss Baitcastruten welche das Ködergewicht doppelt bis 4-fach übersteigen.

Wer jetzt fragt warum so und nicht anders? Ich habe jetzt über Jahre versucht das Optimum aus dieser Methode rauszuholen und bin der Meinung mit oben genannter Technik die fängigste Köderführung zu gewährleisten welche mit Ripbaits(Twitchbaits) möglich ist. (Man bedenke das dieser Ködertyp nicht speziell für Hechte entwickelt wurde/wird)

Bei den Ködern selbst möchte ich nicht allzu weit ausholen, nur soviel – es gibt 4 Köderfarben für Hecht: Naturfarbe, Schockfarbe sowie Hell und Dunkel. Erwähnt werden sollte noch das man auch zwischen glänzenden sowie matten Ködern unterscheiden kann. Je nach Gewässer/Witterung und Jahreszeit kann die Köderfarbe variieren. Es ist also nicht entscheidend wie viele Köder man mitnimmt sondern wie schnell man aus den mehr oder weniger 4 Farbtönen den richtigen findet. Mit leichteren oder schwereren Haken (ich empfehle 2 Drillinge, nicht 3) kann man schwebende Köder langsam sinkend bzw. schwebende Köder auftreibend gestalten um mit ein und dem selben Köder flacher/tiefer zu fischen.

Köderführung: durch starke/schwache Schläge und lange/kurze Stopps spielt man mit den vielen Möglichkeiten welche ein guter Ripbait/Twitchbait bietet – durch den extrem langsamen Schnureinzug gibt man dem Fisch Zeit zu reagieren welche viele Hechte auch benötigen. Die monofile Schnur filtert allzu ruckartige und unnatürliche Bewegungen heraus. Mit Baitcastrute sowie Rolle ist diese Technik den ganzen Tag entspannt machbar, da kein hohes Ködergewicht bzw. keine kopflastigen Ruten welche Rückenschmerzen verursachen. Am besten angelt man vom Boot, Köderverlust gibt es mit dieser Technik ebenso kaum/gar nicht wenn man ein Gewässer und dessen Tücken kennt. Das macht das ganze weitaus umweltschonender als Gummifischangeln welches z.b. eine hohe Hängergefahr birgt. Mir persönlich macht diese Technik dort wo es sinnvoll/möglich ist sie einzusetzen sehr viel Spass, kaum jemand angelt auf diese Weise, gute Fängigkeit, entspanntes aber sehr aktives sowie präzises Angeln und man selbst entscheidet mit der kreativen Köderführung über Erfolg oder Misserfolg.

Wer also nicht darauf aus ist so zu angeln wie alle anderen, Schleppangeln oder stupides einkurbeln von Ködern satt hat und ein passendes Gewässer beangelt für den ist diese Technik vielleicht genau die richtige.

Vielleicht habe ich den einen oder anderen von euch inspiriert mit dieser doch sehr speziellen Methode auf Hecht. Viel Spass beim ausprobieren.

Freitag, 2. Mai 2014

Anfischen 1. Mai

Genau wie letztes Jahr zog es mich wieder in ein heimisches Tal zu einem See mit gutem Hechtbestand um die Saison zu starten, nur diesmal war ich nicht auf mich allein gestellt. Paul und Stefan waren mit von der Partie und wir konnten gemeinsam eine zweistellige Zahl an Hechten vorweisen. Mit Köder oder Köderfarben war kein langes experimentieren nötig da ich schon von zig Ausflügen auf diesen See wusste wie und was. Diesen Hecht mit knapp 90 konnte ich in einer flachen Bucht fangen. Die Ryoga 1016L (siehe Blogpost davor) war somit gleich mal eingeweiht. Danke hier nochmal an Stefan für das fotografieren und Paul fürs keschern.


Freitag, 18. April 2014

Daiwa Ryoga 1016L

Wie kommt es eigentlich dazu dass ein Produkt 2x gekauft wird? Entweder weil das erste schnell kaputt ging und man dringend Ersatz benötigt oder aufgrund hoher Qualität, Langlebigkeit, zeitlosem Design und einer ausgezeichneten Materialanmutung. Zweiteres war der Grund welcher mich dazu bewogen hat mich wieder für die Daiwa Ryoga zu entscheiden, diesmal für das kleine Modell 1016L mit einer Übersetzung von 5.4:1, sowie einem Schnureinzug von etwa 57cm bei voller Spule laut Hersteller. Realistisch sind hier wohl eher max. 50cm welche eine Kurbelumdrehung einholt. 12 Kugellager runden das Erscheinungsbild ab. In Verbindung mit den silbernen ZPI Tuningknobs ist diese Rolle wirklich eine elegante Erscheinung. Aluminium wohin man blickt - keine Selbstverständlichkeit bei den vielen Plastik-Leichtbaurollen welche heutzutage großteils angeboten werden. Im Inneren wurde der meiner Meinung nach nervige und unnötige Drag-Klicker von mir entfernt, Carbontex Bremswasher in maximaler Größe verbaut, sowie Abec 7 Keramikhybridkugellager eingebaut und die restlichen Lager geölt statt gefettet. Die Rolle läuft dadurch deutlich leichter an, der nervige Bremsklicker stört nicht mehr und die Bremsleistung ist insgesamt ebenso höher. Vom Hersteller wird diese Rolle im Übrigen als Salzwasserfest bezeichnet. Weiters ist sie von aussen über die Spulenbremse sowie die Magnetbremse welche 20 Einstellungen aufweist einzustellen. Von den Wurfeigenschaften ist diese Rolle definitiv der Fire-and-forget Kategorie zuzuschreiben - einmal halbwegs eingestellt je nach Köder/Wind 1-2 Klicks mehr oder weniger an der Magnetbremseinstellung auswählen und fertig. Einfacher gehts nicht.




Das Gesamtgewicht der Ryoga 1016L kann mit etwa 250g als durchaus vertretbar eingestuft werden. Die stabile Aluminiumkonstruktion bringt hier eben das eine oder andere Gramm mehr auf die Waage. Wird der mögliche Bereich des Wurfgewichts als Grundlage genommen, welcher nicht gerade klein ist und schon bei 5-6g beginnt, ist das Gesamtgewicht der Rolle im durchaus vertretbaren Bereich. Zum Vergleich, die große Ryoga 2020L wiegt 290g.


Das Spulengewicht ist deutlich niedriger als ich ursprünglich angenommen habe, die Standardspule RCS 1016 in Silber bringt inkl. Kugellager gerade mal 14,5g auf die Waage.

Standardspule RCS 1016

Die Tuningspule RCS 1012 in Rot ist mit etwa 15,5g sogar im Nachteil, was sich beim befüllen der Spule mit geflochtener Schnur wohl wiederum ausgleicht. Für monofile Schnur dickeren Durchmessers reicht die Kapazität der Tuningspule nicht aus.

Tuningspule RCS 1012

Im Größenvergleich mit der Ryoga 2020L sieht es dann so aus. Die kleine Ryoga ist angenehmer in der Handhabung aufgrund der etwas kleineren Bauweise.

 Größenvergleich Ryoga 1016L links, Ryoga 2020L rechts

Als Fazit lässt sich folgendes sagen: Ähnlich der Ryoga 2020L ist die 1016L eine sehr stabile round-Profile Rolle mit zeitloser Aluminiumkonstruktion sowie stabilem Getriebe - leider sind solche etwas schwereren Rollen momentan wohl eher im Aussterben begriffen. Leichte oft sehr teure Baitcastrollen mit Aluminium Getriebe werden auf den Herstellerseiten angepriesen, welche sich oft schon nach 10-15mal am Wasser vom Getriebe her anders anfühlen. Der Spruch: "die Rolle muss sich erst einlaufen" ist nach wie vor Blödsinn - nur weiche Materialien laufen sich schnell ein bzw. besser gesagt nützen sich schnell ab so das sich alles nach ein paar mal am Wasser geschmeidig anfühlt. Besitzen solche Rollen dann noch ein Plastikgehäuse - tja...dann kommt einem schon wieder das Wort Obsoleszenz in den Sinn. Mit der Grund warum sich nur noch eine einzige Rolle mit Alu-Getriebe in meinem Besitz befindet und das ausschliesslich für Finesse Methoden im Süsswasser.

Dienstag, 4. März 2014

Huchen

Immer wieder werden in der Drau große Huchen gefangen, 30kg+ sind nach wie vor möglich wenn auch extrem selten. Ein Revier in welchem solche Fische noch gefangen werden können besorgte ich mir letztes Jahr als Jahreskarte. Revierlänge gut 10km, ein paar Hotspots, welche aber auch jeder kennt und natürlich dementsprechend befischt werden. Lange Anfahrtswege, stark schwankender Wasserstand sowie quasi keine Revierkenntnis meinerseits trugen ihr übriges dazu bei das die Fischerei dort nicht allzu erfolgreich verlief. Nicht das ich Erfolg erwartet hätte, aber ein paar Faktoren waren wirklich extrem nervtötend und absolut unerwartet, so kannte ich die Huchenpirsch bisher nicht.

Zu diesen Faktoren gehörten extreme Wasserstandsänderungen innerhalb 1 Stunde bzw. während der Anfahrt durch den Kraftwerksbetrieb, kaum Futterfisch bis auf ein paar verstreute Besatzforellen und Aitel...ich frage mich heute noch was die Huchen dort überhaupt fressen ausser dem Besatz. Extreme Hängerstrecken wegen Einbringung von Steinen in die Rinne durch Baggerschiffe. Das sieht so aus, ein Schiff beladen mit gut 50 Tonnen Steine/Erde kippt diese 50 oder 100m ober mir in den Fluss. Ja, so wünscht man sich das... ebenso wie eine Durchflussmengenänderung von 40m³ auf über 100m³ innerhalb kürzester Zeit oder umgekehrt. Einfach nur schade was Kraftwerke sowie Flussverbauung hier angerichtet haben.

Teilweise hatte ich eine entspannte Fischerei, sieht man davon ab das der Großteil des Köderausbringens oft 5 Meter neben dem Radweg stattfindet und man bei jedem 3. Standplatzwechsel in einen neuen Hundehaufen tritt, da das Revier ja innerhalb eines Stadtgebiets liegt.

Alles in allem die mit Abstand eigenartigste sowie nervtötendste Huchenfischerei welche ich je in einem Revier, welches Huchen beherbergt erlebt habe. Parkplatzprobleme, Hunde, Baggerschiffe, enorme Wasserstandsschwankungen, schwierige Spotsuche verbunden mit Hängerorgien und obendrein einem geringen insgesamten Fischbestand welcher rein vom Besatz lebt. Nebenbei ein Moped (betankt?) welches im Fluss lag, neben anderem Müll...später wurde aus dem Revier auch noch ein Auto geborgen. Nein, so stelle ich mir das Fischen auf den König der Salmoniden nicht vor.

Wohnt man 2-3km vom Wasser entfernt, verfügt über Revierkenntnis und sucht beim Angeln keine Entspannung kann man das in Kauf nehmen, so aber ist es kein Huchenfischen im herkömmlichen bzw. von mir bisher ausgeübten Sinne.

Bis auf 2 kleinere Besatzhuchen - Nachläufer war nicht viel zu machen.

...der letzte Tag an der Gail - Schneeberge inklusive

kleiner Huchen (leider unscharfes Handyfoto)

Forelle auf am 4'' T-Rig